Alles, was du über Inline-Skaterhockey wissen musst
Inline-Skaterhockey ist hierzulande noch eher eine Randsportart, erfreut sich allerdings in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Um dir den Einstieg in den Inline-Skaterhockey zu erleichtern, haben wir dir hier alle Informationen zusammengestellt, die du über die Sportart wissen solltest.
Regelwerk – so wird Inline-Skaterhockey in Deutschland gespielt
Als Inline-Skaterhockey bezeichnet man Hockey auf Inline-Skates mit einem Ball. Inline-Skaterhockey wird ganzjährig als Leistungssport ausgeübt - im Gegensatz zu anderen Varianten wie beispielsweise Streethockey oder Inlinehockey. Zu Beginn geben wir dir einen Überblick über die wichtigsten Regeln beim Inline-Skaterhockey.
Ablauf
Inline-Skaterhockey ist eine schnelle und körperbetonte Mannschaftssportart, die neben Kraft und Geschwindigkeit auch viele technische Elemente vereint. Bei der Leistungssportvariante des Inlinehockeys ist das Ziel des Spiels, mit Hilfe eines Eishockeyschlägers mehr Tore zu erzielen als der/die Gegner:in, während sich die Spieler:innen auf Inline-Skates fortbewegen.
Ein Spiel dauert 3 x 20 Minuten, dazwischen gibt es 10 - 20 Minuten Pause. Ein normales Ligaspiel wird von zwei Schiedsrichter:innen geleitet, zudem gibt es zwei Zeitnehmer:innen, welche die Strafbänke und die Uhr betreuen. Alle Zeitstrafen mit Ausnahme von Disziplinarstrafen werden mit gestoppter Zeit abgesessen. Einige Regeln sehen es vor, dass der oder die Mannschaftskapitän:in eine:n Spieler:in benennt, der oder die die Strafzeit absitzen muss. Falls sich der oder die Mannschaftskapitän:in weigert, eine:n Spieler:in zu benennen, haben die Schiedsrichter:innen das Recht, die Strafe gegen den oder die Mannschaftskapitän:in auszusprechen.
Folgende Strafen sind möglich:
- Freistoß
- Penalty-Schuss
- Kleine Zeitstrafe: 2 Minuten
- Bankstrafe: 2 Minuten
- Große Zeitstrafe: 5 Minuten
- Disziplinarstrafe: 10 Minuten & Gelbe Karte
- Spieldauerdisziplinarstrafe: Gelb-Rote Karte nach 2 x Disziplinarstrafe: Ein Ersatzspieler muss den/die bestrafte:n Spieler:in sofort auf dem Spielfeld ersetzen, so dass die Mannschaft des/der bestraften Spieler:in nicht in Unterzahl gerät. Der/Die bestrafte Spieler:in muss das Spielfeld sofort verlassen.
- Matchstrafe: Rote Karte: Ausschluss des/der bestraften Spieler:in vom weiteren Spiel; Der/Die bestrafte Spieler:in muss das Spielfeld sofort verlassen. Bei nationalen Spielen entscheiden die Rechtsausschüsse des zuständigen Verbands über weitere Strafmaßnahmen - bis ein Urteil gefällt ist, ist der/die Spieler:in gesperrt. Bei internationalen Spielen wird der/die Spieler:in für die folgenden 2 Spiele seiner/ihrer Mannschaft als Spieler/in sowie als Teamoffizielle:r gesperrt und muss eine Geldstrafe zahlen.
- Schwere Matchstrafe: Schwarze Karte: Ausschluss des/der bestraften Spieler:in vom weiteren Spiel; Bei internationalen Spielen ist der/die Spieler:in so lange für jegliche Spiele als Spieler sowie Teamoffizielle:r gesperrt bis die zuständigen Grämien den Fall abgehandelt haben.
National wird die schwere Matchstrafe (Schwarze Karte) durch die Matchstrafe (Rote Karte) ersetzt.
International bleibt die schwarze Karte bestehen. Diese führt dazu, dass es nicht nur zu einem Feldverweis für ein Spiel kommt, sondern bei einem Turnier (die übliche Ausspielform internationaler Begegnungen) zu einem Spielverbot für alle weiteren Spiele bis zur Festsetzung der konkreten Strafe durch die International Inline Skater Hockey Federation (IISHF).
Inline-Skaterhockey ist ein Sport mit zugelassenem Körpereinsatz, der von vorne oder von der Seite mit am Körper anliegenden Armen erfolgen muss. Alle Vereine und Mannschaften müssen ihre Spieler:innen vor Spielbeginn ausdrücklich darauf hinweisen. Es gibt keine Abseitsregel.
Offizielle Spielstätten sind sogenannte Dreifachturnhallen mit normalen Flächenschwingböden, abgetaute Eishockeyanlagen, sowie Anlagen mit Beton-, Feinasphalt- oder Kunststoffflächen. Die Spielfläche ist 15 - 30 m breit und 30 - 60 m lang mit Bande. Für internationale Meisterschaften und Titelwettkämpfe muss die Spielfeldgröße mindestens 20 x 40 m betragen. Für diese Veranstaltungen muss das Spielfeld mit einer Bande und abgerundeten Ecken versehen sein. Die Tormaße betragen in der Höhe 1,19 - 1,25 m und in der Breite 1,80 - 1,86 m. Die Bande muss mindestens 0,8 m und maximal1,22 m hoch sein. Die Torhüterzone ist 7 - 9 m lang. Die Oberfläche muss glatt und flach sein, damit Rollschuh- und Inline-Skate-Rollen darauf ohne Probleme laufen können. Die Farbe des Spielfeldes muss sich deutlich von der Farbe des offiziellen Spielballs und der Spiellinien unterscheiden.
Aufstellung
Eine Mannschaft besteht aus 5 Spieler:innen – davon 4 Feldspieler:innen und einem/einer Torhüter:in. Insgesamt dürfen bis zu 18 Spielende eingesetzt werden, üblicherweise bestehend aus 2 Torhüter:innen und 16 Feldspieler:innen. Bei internationalen Spielen muss eine Mannschaft aus mindestens 4 Feldspieler:innen und einem/einer Torhüter:in bestehen.
Ausrüstung
Inline-Skaterhockey wird in einer ähnlichen Ausrüstung wie der beim Eishockey gespielt. Normalerweise erfolgt das Spiel auf Inlineskates, selten auf traditionellen Rollschuhen. Gespielt wird hierbei mit Eishockeyschlägern.
Zur Pflichtausrüstung gehören:
- Inline-Skates/normale Rollschuhe
- Helm
- Schläger
- (Eishockey-)Handschuhe
- Schulterschutz
- Ellbogenschutz
- Schutzhose
- Kehlkopfschutz
- Knie- und Schienbeinschoner
- Tiefschutz
Der orangene Spielball besteht aus Hartkunststoff oder Plastik, wiegt ca. 80 Gramm und ist hohl. Zudem gibt es einen zusätzlichen Ball, der etwas weicher ist und auf freien Plätzen verwendet wird, beispielsweise auf Höfen oder Parkplätzen. Ein Puck, wie beim Eishockey, ist nicht erlaubt. Ziel ist es, den Ball mit dem Schläger im gegnerischen Tor unterzubringen.
Wenn du wissen möchtest, wie eine Inline-Skaterhockey-Partie aussieht, kannst du dir hier das Bundesliga-Spiel des TV Augsburg gegen die Düsseldorf Rams von 2017 ansehen.:
Von den USA nach Deutschland - Die Geschichte des Inline-Skaterhockey
Die Sportart Inline-Skaterhockey wurde zunächst in den USA populär und wird erst seit den 1980er Jahren in Deutschland ausgeübt. Sie wurde zuerst mit Rollschuhen gespielt und unter den Namen Streethockey und Skaterhockey bekannt. Die ersten Inlinespieler:innen traten Mitte der 1990er Jahre an, woraufhin der Name um das vorangesetzte Inline- ergänzt wurde.
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In diesem Beitrag erfährst du mehr.Spielbetrieb - Inline-Skaterhockey in Deutschland und der Welt
Auf nationaler Ebene ist der Deutsche Rollsport und Inline-Verband (DRIV) durch seine Sportkommission für Inline-Skaterhockey (ISHD) organisiert. Verbandssitz der ISHD ist in Frankfurt.
Die erste Vorläuferorganisation war die im Jahr 1983 gegründete Rheinlandliga. Zwei Jahre später folgte die Gründung der “Fachsparte Skaterhockey” im Rollsportverband Nordrhein-Westfalen mit Aufnahme des Spielbetriebs in zwei Ligen. Bereits im Jahr 1986 wurde der erste Deutsche Meister in der Altersklasse der Herren ermittelt, als die Sportart (Inline-) Skaterhockey in den Deutschen Rollsport-Bund, den heutigen Deutschen Rollsport- und Inline-Verband aufgenommen wurde. Nur ein Jahr später gründete der “Deutsche Rollsport-Verband“ (DRB) die “Fachsparte Skaterhockey” (FSH), in der neben Nordrhein-Westfalen die Landesverbände von Bayern, Berlin und Hamburg Mitglied werden.
Nachdem in den Folgejahren auch die Deutschen Meisterschaften für Damen wie für Schüler ausgetragen wurden, wurde 1996 die 1. Herren-Bundesliga gegründet und die erste Nationalmannschaft gebildet.
Hier siehst du alle Teams der 1. Herren-Bundesliga im Überblick. Wenn du die Webseite der jeweiligen Mannschaft besuchen möchtest, musst du dafür nur den entsprechenden Vereinsnamen anklicken.
- Bissendorfer Panther I
- Crash Eagles Kaarst I
- Crefelder SC I
- Duisburg Ducks I
- Düsseldorf Rams
- ESC Moskitos Essen I
- HC Köln-Rheinos I
- IHC Atting I
- Samurai Iserlohn
- IVA Rhein Main Patriots I
Auf dieser Karte siehst du alle Teams der 1. Herren-Bundesliga 2024:
Im Jahr 1997 wurde - aufgrund des zunehmenden Anteils der Inlineskater - die “Fachsparte Skaterhockey” in “Inline-Skaterhockey Deutschland“ (ISHD) umbenannt. Dies führte dazu, dass die ersten Inline-Skater-Europameisterschaften in den Spielklassen Herren, Damen und Junioren stattfanden.
Auf internationaler Ebene ist die ISHD Mitglied im internationalen Verband “International Inline Skater Hockey Federation” (IISHF).
In den folgenden Altersklassen wird in Deutschland (und europaweit) gespielt:
- Herren: Jahrgang 2005 und älter
- Damen: Jahrgang 2005 und älter
- U19: Jahrgänge 2006-2008
- U16: Jahrgänge 2009-2011
- U13: Jahrgänge 2012-2014
- U10: Jahrgänge 2015-2016
- U8: Jahrgang 2017 und jünger
Anmerkung: In jeder Altersklasse dürfen mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten auch Spieler der darunter liegenden (nächst jüngeren) Altersklasse eingesetzt werden. Bei Damenmannschaften gilt diese Regel für die beiden darunter liegenden Altersklassen.
Auf internationaler Ebene findet jährlich die Inline-Skaterhockey-Europameisterschaft der Herren statt, eine Reihe von europaweiten Inline-Skaterhockey-Turnieren. Organisiert und ausgetragen werden sie von der International Inline Skater Hockey Federation (IISHF). Die erste Europameisterschaft wurde 1997 in den Bereichen Junioren, Damen und Herren ausgespielt. Die Junioren-Mannschaft stellt hierbei ein gemischtes Team. Die Europameisterschaften der Damen werden seit 2010 nicht mehr ausgespielt.
Bei den Herren ist Deutschland mit 11 Gold-, 7 Silbermedaillen und 1 Bronzemedaille Rekordsieger, gefolgt von der Schweiz (7 x Gold und insgesamt 18 Medaillen) und Dänemark (2 x Gold und insgesamt 15 Medaillen). Die Junior:innen-Nationalmannschaft, sowie die Damen-Nationalmannschaft sind in ihren Klassen ebenfalls Rekordtitelträger mit jeweils 21 und 10 Medaillen. Die Sportart ist nicht olympisch.
Hier findest du einige Impressionen von der IISHF Herren-Europameisterschaft 2023 in Givisiez (Schweiz):
Ligensystem im Inline-Skaterhockey
Der nationale Spielbetrieb um die Deutsche Inline-Skaterhockey Meisterschaft erfolgt in einer 1. Bundesliga, einer 2. Bundesliga Nord und Süd sowie bundesweit in diversen Regionalligen und Landesligen. Des Weiteren gibt es noch Jugend- und Nachwuchsligen. Aktuell sind ca. 250 Vereine mit rund 450 Mannschaften registriert und nehmen am Spielbetrieb teil. Gemeldet sind ca. 8.500 Spieler:innen.
Der Spielbetrieb findet grob zwischen Ende Februar und Anfang Dezember statt. Trainiert wird bei den meisten Vereinen aber ganzjährig – auch auf der Fläche. Im Herren- und Damenbereich wird der Deutsche Meister nach einer Vorrunde, bei der jede Mannschaft in je einem Hin- und einem Rückspiel gegen die anderen Mannschaften antritt, in den sogenannten Play-offs im Modus “Best of Three” ausgespielt. In den Junioren-, Jugend- und Schülerbereichen treten die Finalisten der jeweiligen Landesverbände in einem Endturnier gegeneinander an, wo der Deutsche Meister ausgespielt wird. Bei den Bambini wird kein deutscher Meister ausgespielt. In allen Spielklassen oberhalb der Bambini (U10) wird jährlich der ISHD-Pokal ausgespielt; traditionell finden die Pokalendspiele an einem Tag im Dezember an einem gemeinsamen Spielort statt.
Spiele der ISHD in der Vereinsticket App
Alle Paarungen, Tabellen und Ergebnisse der Herren-Bundesliga im Inline-Skaterhockey findest du ab dieser Saison auch in der Vereinsticket App. Dort kannst du dir auch Tickets für die einzelnen Bundesliga-Partien sichern.
Jetzt Vereinsticket App herunterladen:
Hier haben wir dir alle Verbände des Deutschen Rollsport und Inline-Verband e.V. (DRIV) aufgelistet. Um auf die Webseite der Verbände zu gelangen, klicke einfach auf das jeweilige Bundesland:
Anmerkung: Der Landesverband Rollsport Sachsen-Anhalt ist nicht aufgelistet, da hier keine Webseite vorliegt.
- Bayern
- Berlin
- Brandenburg
- Bremen
- Hamburg
- Hessen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
Weitere Varianten von Hockey
Mehr als Einradfahren, mehr als Hockey: Einradhockey: Ziel des Spiels ist, möglichst viele Punkte zu erzielen, indem ein Tennisball mit einem Eishockeyschläger ins Tor befördert wird. Die Besonderheit am Einradhockey ist dabei, dass die Spieler:innen sich nicht zu Fuß, sondern auf einem Einrad durch die Halle bewegen. Die Teams können dabei unabhängig von Alter und Geschlecht zusammengesetzt sein. Ein Spiel umfasst zwei Halbzeiten und eine Halbzeit dauert jeweils zwischen 10 und 20 Minuten. Heute wird Einradhockey weltweit in vielen Ländern gespielt.
Weiterentwicklung des Hockeys: Inlinehockey: Als Inlinehockey bezeichnet man Hockey auf Inline-Skates. Ziel des Spiels ist es, den Rollpuck mit dem Schläger in das gegnerische Tor zu schießen und so ein Tor zu erzielen. Es gewinnt die Mannschaft, die nach Ende der Spielzeit die meisten Tore erzielt hat. Inlinehockey ist aus dem Eishockey entstanden und teilt daher mit diesem wesentliche Eigenschaften. Der Deutsche Inline-Skate Verband e.V. (DIV) bietet Inlinehockey für Freizeitmannschaften ganzjährig in Turnierform oder einfacher Ligaform an.
Raus aus der Halle, ab auf die Straße: Streethockey: Ziel des Spiels ist, einen Hartplastikball mit einem Eishockeystock in das gegnerische Tor zu befördern. Die Spieler tragen zudem normale Laufschuhe, Eishockeyhandschuhe und einen Eishockeyhelm. Die Besonderheit bei Streethockey ist, - wie der Name schon verrät - dass man auf Hartbelag (Asphalt, Beton etc.) spielt. Spezielle abriebfestere Schlägerschaufeln, leichtere Handschuhe und dünnere Trikots machen Streethockey zu einer neuen Trendsportart.
Sport-Wissen, Inlineskater-Hockey